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Friedensforschungs TV - Friedensforschung 2.0

3. Selbstwahrnehmung, Selbsttäuschung, Kommunikationsverbote

   
     

   

   
     

Lesen Sie in diesem Beitrag: "Friedensforschung 2.0":
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1.  Wir benötigen eine Mobilmachung der Friedensforschung
2.  Lösung zum Streit um Perspektive & Wahrheit: PolykontexturalLogik
3.  Selbstwahrnehmung, Selbsttäuschung, Kommunikationsverbote

4.  Das Kommunikationszeitalter benötigt eine neue Streit- und Dialogkultur
5.  Was ist "Struktureller Frieden" und "Strukturelle Demokratie"
6.  Konkrete Utopie - Projekt RealTheater - "Realität a la Carte"

Wahrheit ist abhängig von der Perspektive

Selbstwahrnehmung und Weltwahrnehmung ist abhängig vom Standpunkt


Folgender Text wurde angeregt durch ein Video des „Die Zeit“ Redakteurs Gero von Randow über einen Artikel aus dem Wissenschaftsmagazin „Science“:

Da wir uns selbst aus anderer Perspektive wahrnehmen als unsere Mitmenschen, führen Missverständnisse ständig zu Streit. Wir können uns selbst nicht sehen und nur verzerrt hören. Wir können die Wirkung unsere eigenen Gesten und Bewegungen nicht richtig sehen. Wir nehmen uns nur durch unsere körperlichen Innensinne wahr. Introspektion nennt man den Versuch die eigenen Äußerungen, Gefühle und Gedanken zu erkennen. Wie sehr unser Selbstbild sich von der Realität unterscheidet, sehen wir erst, wenn wir Videos von uns betrachten.

Die anderen Personen hingegen nehmen wir nur durch ihre Äußerungen wahr und allein schon diese zwei verschiedenen Perspektiven führen dazu, dass wir Menschen uns und die anderen unterschiedlich wahrnehmen. Wir bewerten und interpretieren die anderen vor dem Hintergrund ihrer von uns wahrgenommenen Handlungen und wir interpretieren uns vor dem Hintergrund unserer eigenen Binnenwahrnehmung. Außerdem erkennen wir sehr schlecht wie sehr unsere Eigenwahrnehmung durch Illusionen, Traditionen, Ideologien, Religionen eingeschränkt, verändert oder verzerrt werden.
Bei Anderen nehmen wir das sehr wohl war, weshalb wir immer recht haben und die anderen immer unrecht.

Hinzu kommt, dass die aktuelle Hirnforschung folgendes feststellt: Wir haben im Kopf sogenannte Spiegelneuronen. Das sind Nervenzellen, die unsere eigenen Handlungen und Gefühle beeinflussen, mit denen wir Modelle anderer Menschen bilden und ihr Denken nachvollziehen, so entsteht Empathie und Mitgefühl. Allerdings werfen wir unsere Spiegelneuronen nur bei den Menschen an, mit denen wir uns verbunden fühlen und die wir nicht abwerten oder ignorieren.

Diese Mauer ist das heutige Hauptproblem unserer Spezies und dieser „Mentale Eiserne Vorhang“ wartet darauf überwunden zu werden! "Homo Sapiens - Tear down this mental wall!" 

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Das Bild, das wir von uns selbst haben, unterscheidet sich oft vom Bild, das die anderen von uns haben. Wir würden staunen wenn wir uns einmal einen Tag lang von außen betrachten könnten, und einen Film über uns sehen könnten, der von einem heimlichen Kamerateam aufgenommenen wurde.


Es ist ein absurdes Dilemma unserer Spezies, dass ein Mitmensch unsere eigenen Fehler besser sieht, als wir selbst. Denn weil er uns von außen sieht, hat er mehr Überblick. Diese wichtige Information kann er uns aber meist nicht mitteilen. Wir können vom Blick der anderen auf uns deshalb nicht profitieren, weil Kritik durch die archaischen Regeln unserer Ellenbogengesellschaft negativ gewertet wird, bzw. einen Gesichtsverlust oder Statusverlust erzeugt. Nur beste Freunde, deren Zuneigung uns sicher ist, dürfen (manchmal) ihre völlig ehrliche Wahrnehmung ohne unseren Widerstand äußern.  Deshalb wird so oft gemobbt und über andere geredet, anstatt mit ihnen zu reden. Deshalb wird so oft ausgegrenzt, anstatt integriert. Deshalb ist es so schwer etwas zu verbessern und deshalb sind viele Menschen unrettbar in negativen Verhaltensweisen gefangen. Das Kommunikationszeitalter erfordert eine neue Kommunikationskultur und neue soziale Regeln, die besser zur Moderne passen. Wir sollten die offene Kritik und die freie Kommunikation belohnen und völlig vom Ansehensverlust und vom Statusverlust entkoppeln!

     
   



     
     
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Text:  Neo von Terra  alias  Hans Mack  2011 (1)