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Was ist "Struktureller Frieden" und "Strukturelle Demokratie"?

Unsere heutige Welt wird durch "Strukturelle Gewalt"(1) geregelt:

Vielen Leuten ist überhaupt nicht bewusst, dass unsere Gesellschaft auf den meisten Ebenen durch Gewalt geregelt und gesteuert wird. Deshalb sind Statuskämpfe, "Ellenbogen", Hierarchien und ein "Hackverhalten" im sozialen Umgang völlig normal. Zusammen mit Justizsystem, bürokratischem System, Konkurrenzkampf, Gefängnissen, Rüstung... kann man auf verschiedenen Ebenen das Gesamtbild unserer historisch gewachsenen gewalttätigen Kultur erkennen, das man mit dem Begriff: "Strukturelle Gewalt", ("Kleinkrieg", "Gewaltfrieden", kriegerischer Frieden" oder "Zivilkrieg") bezeichnen kann. 

Es handelt sich hier um eine offen oder verdeckt gewalttätige und erzwungene Ordnung mit gigantischem Kollateralschaden auf vielen Ebenen. Es handelt sich um ein Regel-System, das sowohl oftmals die menschliche Psyche krankmacht, als auch offensichtlich heute den ganzen Planeten zerstört.

Viele Leute ahnen nicht einmal, dass menschliche Beziehung auch ohne versteckte oder offene Gewalt auf eine harmonische, zärtliche, spielerische, humorvolle, liebevolle, empathische, unverlogen kommunizierende und aufmerksame Art funktionieren kann, und zwar ebenfalls auf allen Ebenen.

Genau genommen stehen sich hier zwei Weltbilder, bzw. zwei Systeme gegenüber, die sich gegenseitig komplementär (1) widersprechen.

Wir brauchen wirksame Freundbilder, statt Feindbilder!

Wir benötigen heute nicht nur ein bisschen Demokratie, ein bisschen Meinungsfreiheit, ein bisschen Aufklärung und ein bisschen Frieden. Wir brauchen dies alles vollständig. Der Begriff "ein bisschen Frieden", ist letztlich so absurd ist wie "ein bisschen schwanger". Wir brauchen ein komplettes und vollendetes demokratisches und humanistisches System. Wir wünschen uns heute eine Demokratie, die sich tief in die Äste und Verzweigungen des ganzen „Baumes“ unseres Kultur und in unsere Lebenswirklichkeit verankert. Eine demokratische Struktur, die das Ganze vollständig durchwebt und damit alle archaischen, hierarchischen und diktatorischen Strukturen ersetzt. Dies nennt man strukturelle Demokratie. Das ist eine Demokratie, die auf allen Ebenen, ohne Pause und Unterbrechung, gänzlich ohne Gewalt, durch völlig freie Kommunikation und durch Aufklärung funktioniert und dadurch zu strukturellen Frieden führt. Es geht um eine heute real mögliche konkrete Utopie.

Schon aus technischen Gründen ist ein dazu passendes Netzwerk ohne Zentralgewalt erst in unserer Zeit machbar, in der die Vernetzung mittels Internet, Computern und Smartphones von Allen mit Allen möglich wird.  Eine "fließende Demokratie" (1) , eine ständige demokratische Mitbestimmung via PC oder Smartphone sollte trotz aller Zweifel und Schwierigkeiten heute technisch möglich sein. Das Thema Volksentscheid und der Begriff  Emotionale Intelligenz (1)  (2) haben durchaus etwas miteinander zu tun.
Es ist nicht einzusehen, warum es klappt am PC oder am Automaten so wichtige Dinge wie sein Geld beim Internetbanking zu handhaben und warum es nicht ebenso gesichert möglich sein soll auf dieselbe Weise und mit derselben Sicherheitsstufe seine persönliche demokratische Macht auszuüben (und sein Wissen zu vermitteln) wann immer dies nötig ist.

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Johan Galtung, einer der Gründungsväter der Friedens- und Konfliktforschung, benutzt für den Begriff: "strukturellen Frieden" das Wort:  Positiver Frieden.
Der Tagesspiegel vom 25.12.2010 zum Thema Was ist Frieden?: "Der norwegische Mathematiker und Politologe Johan Galtung... nennt die reine Abwesenheit von Gewalt einen negativen Frieden. Dagegen besteht ein positiver Friede in der Abwesenheit von struktureller Gewalt. Das sei alles, was Individuen daran hindert, sich voll zu entfalten..." Johan Galtung schreibt über sichtbare und unsichtbare Gewalt und definiert das System der Gewalt als „Das Dreieck der Gewalt (1): direkte Gewalt, kulturelle Gewalt, strukturelle Gewalt.“

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Prof. Dieter Senghaas:  Befasst sich eingehend mit der Thematik des strukturellen Friedens: Bedingungen eines nachhaltigen Friedens,  Theorie vom gerechten Frieden  (1) 

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Folgendes vom Institute for Economics and Peace (IEP - Sydney, New York, Oxford) - die weltweit führende Denkfabrik zur Verschiebung des Fokus der Welt auf den Frieden und auf dessen wirtschaftliche Vorteile:

"Positiver Frieden ist viel mehr als die Abwesenheit von sichtbarer Gewalt. Positiver Frieden beschreibt die Einstellungen, Haltungen, Strukturen und Institutionen, die zum untermauern und erhalten einer friedlichen Gesellschaft nötig sind. Das Institut hat einen konzeptionellen Rahmen skizziert und entwickelt, bekannt als die Säulen des Friedens. Ein System von acht Faktoren, die zusammenarbeiten, um positiven Frieden zu schaffen. Diese bilden einen Wegweiser um Elend und Konflikte zu überwinden und einen beständigen und nachhaltigen Frieden aufzubauen." (Übersetzung: Hans Mack)
Das IEP hat übrigens laut Spiegel Online 
(1) fürs Jahr 2014 ausgerechnet, dass die Kriege der Menschheit 14 Billionen Dollar gekostet haben, das sind 38 Milliarden pro Tag.

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Eine Säule des Friedens ist der "freie Flow der Information". Zuende gedacht bedeutet dies für unsere Zukunftsfähigkeit: Wir wünschen die gewaltlose Radikalität eines Systems, das keinen Menschen mehr zu einer einzigen Lüge zwingt. Wir benötigen eine Kultur die absolute Meinungsfreiheit ermöglicht, ohne dass dabei jemand mental verletzt wird. Dies scheint unmöglich, weil Höflichkeit und Ehrlichkeit sich oft ausschließen. Die Unmöglichkeit liegt aber in der festgenagelten Mainstream-Perspektive unseres heutigen zunehmend absurden Systems. Absolute Offenheit zwischen Menschen ist nicht nur möglich, sie kann sogar (neben dem hochgradigen Nutzen, wie in der Provokativen Therapie(1) und der Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck ) eine sehr unterhaltsame Kunstform mit einem außerordentlichen Lachpotenzial und damit einer humorvollen Öffnung der „zwischenmenschlichen Mauer“ sein. Unsere Welt dürstet nach der lachenden Befreiung (1) von der allgegenwärtigen Lüge. Wir lachen an den falschen Stellen und wir bleiben gleichzeitig ernst in den absurdesten Situationen. Ein ästhetisches und strukturell friedliches System wäre eine komplementäre (1) Antithese zum heutigen strukturell gewalttätigen System.

Aus Wikipedia: "Frieden":  http://de.wikipedia.org/wiki/Frieden
"...Ein struktureller Frieden wäre die konkrete Utopie eines sozialen Zusammenlebens in Harmonie und ohne Statuskämpfe und „Reibungsverluste“. Frieden wird hier positiv definiert als „die Fähigkeit, Konflikte mit Empathie (= der Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellung und Mentalität anderer Menschen einzufühlen), mit Gewaltlosigkeit und mit Kreativität oder spielerisch zu klären und zu lösen.“

Aus Wikipedia: "Struktur": http://de.wikipedia.org/wiki/Struktur
"Unter Struktur (von lat.: structura = ordentliche Zusammenfügung, Bau, Zusammenhang; bzw. lat.: struere = schichten, zusammenfügen) versteht man das Muster von Systemelementen und ihrer Wirk-Beziehungen (Relationen) untereinander, also die Art und Weise,  wie die Elemente eines Systems aufeinander bezogen sind (durch Beziehungen „verbunden“ sind), so dass ein System bzw. Organismus funktioniert (entsteht und sich erhält)..."

Wir brauchen einen Prototyp für eine völlig gewaltfreie Zukunftsgesellschaft. Wir brauchen ein Sozialsystem, welches über das uns aus der Tierwelt mitgegebene Sozialsystem der archaischen Familie hinausgeht und in dem das Humane und das Logische einen gemeinsamen Nenner formen. Es gibt solange keinen echten Frieden, so lange der Mensch nicht zutiefst emotional sein „Spiegelbild“ im anderen Menschen als gemeinsame Familie erkennt und in dieser "sozialen Fusion" jede zwischenmenschliche Mauer niederreißt!

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„Wir brauchen positive Utopien zur Verbesserung der Welt (...) Gefragt ist heute eine Wirtschafts-Sozial-Umweltpolitik, die auf einer Kultur des Friedens beruht. (...) Aber es fehlt noch die trans- und interdisziplinäre Bearbeitung, welche die Einzelforschung der vielen akademischen Disziplinen unter dem Dach der Friedensforschung zu einem Team zusammenführt. Das wäre Friedensforschung auf neuen Wegen zu einer neuen Marktlogik, zu einem anderen Kapitalismus, oder zu einer utopischen universalistischen Sozialdemokratie.“
Gerald Mader (Präsident des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung und des European University Center for Peace Studies, Burg Schlaining (1) )

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Wir brauchen Harmonie statt Bürokratie!

Zur Verdeutlichung der Macht der Umstände und des Szenarios. Folgendes aus einem Spiegel Online Interview (1) 2011 mit dem Leiter des Stanford Gefängnis Experiments, (1) dem Sozialpsychologen Philip Zimbardo:
„In Ihrem Buch "Der Luzifer-Effekt"
(1) haben Sie dargelegt, warum jeder Mensch unter gewissen Umständen verrohen kann und zu brutaler Gewalt fähig ist - die Situation entscheide stärker über moralisches Handeln als die Persönlichkeit. Muss man aber nicht stets beides in Betracht ziehen?
Zimbardo: ... Es geht immer um die Person in der Situation. (...) Psychologisch heißt das, dass wir die dynamische Wechselwirkung zwischen Person, Situation und System verstehen müssen..."

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"Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“
Bertolt Brecht

Solang´ der Wahnsinn herrscht, der den Einen unterdrückt und den Andern´ erhöht, so lang´ gibt´s Krieg und Vorbereitung von Krieg. Überall ist Krieg, Krieg zwischen Arm und Reich, Krieg in der Liebe, Krieg am Arbeitsplatz und in der Schule, Krieg auf der Autobahn, Krieg in der U-Bahn... (1)

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Freie Kommunikation ist das Gegenteil von Krieg! Argumente sind die "Kernwaffen" des Kommunikationszeitalters. Voll Hochachtung sollten wir diese moderne und intelligente Macht der Zukunft anerkennen und voll Spott sollten wir auf diejenigen blicken, die anstatt mit Argumenten, Information und Offenheit noch mit den uralten Keulen der Gewalt & Zensur kämpfen!

Eine Demokratie, die nur alle 4 Jahre der Bevölkerung ermöglicht seine „Diktatoren für 4 Jahre“ frei zu wählen, atmet mehr den Geist einer Diktatur, als den Geist einer Demokratie.  Das Charisma der Demokratien ist angeschlagen, durch die Macht von Medienmogulen, Bankstern, Großkonzernen oder Lobbygruppen und durch die offensichtlich fehlende Lösung drängender Weltprobleme. Es muss aufhören, dass Politiker die Bevölkerung auch heute im Informationszeitalter noch wie unmündige Kleinkinder behandeln. Die meisten heutigen demokratischen Systeme sind ausgebrannt und wir sehen eine politische Apathie der Bevölkerung, die mit der fehlenden Demokratisierung des Alltags zu tun hat. Die Arbeitswelt, die Schule, das Innenleben des Staates, die Kirchen usw. sind weite Bereiche, in denen die demokratischen Grundrechte und eine echte Mitbestimmung kaum gelten. Der uralte diktatorische und hierarchische Standard der Machtausübung von oben nach unten herrscht immer noch. Deshalb sollten wir mehr Demokratie wagen! 

Eine ideale Demokratie sollte eine Demokratie sein, die nicht nur an manchen Stellen im System, sondern auf allen Ebenen des Systems nachhaltig und ständig stattfindet. Wir halten die Konstruktion eines ersten "Grundsteins" oder Pilotmodells eines strukturdemokratischen Systems durch Kunst & Wissenschaft heute für machbar.

Das Ziel hier heisst: Struktureller Friede - durch ein neues sozialpsychologisches und künstlerisches System, das ohne strukturelle Gewalt geregelt werden soll. Siehe Projekt RealTheater.  Wir denken, dass wenn es irgendwo auf der Welt Leute gibt, die ernsthaft behaupten sie könnten unter Umständen so etwas erreichen, warum sollte man ihnen nicht die Bühne und die Mittel geben und sagen: "Zeigt ob das funktioniert".

Den Dialog zu verweigern ist die schlimmste "Todsünde" des Kommunikationszeitalters und der Moderne!

Einer der wichtigsten Punkte, die wir zuerst lösen sollten, ist es die Kommunikation zu befreien. Durch unser historisch gewachsenes System, in dem wir aufgewachsen sind, kennen wir als Erwachsener kaum wirklich freie Kommunikation. Wer in unserem System das sagt was er wirklich und real denkt, der braucht "ein schnelles Pferd". Aber Kommunikation ist DAS Werkzeug um unsere sozialen Probleme und unsere Gewaltprobleme zu lösen. Doch wenn wir uns gegenseitig verbieten zu sagen was wir wirklich denken, dann bleiben die "Werkzeuge der Problemlösung" ungenutzt und stumpf. Wir sind tief geprägt von einem hierarchischen Zensur-Organisationsschema. Eine Machtordnung der Gewalt, deren Wurzeln wohl bis zu unserer tierischen Herkunft reicht. Das System benötigt einen Umbau!

Wir plädieren für strikte Gewaltfreiheit, jedoch für eine absolute Offenheit der Rede und eine totale Ehrlichkeit des Dialogs! Nur so können wir die Kommunikation zu der Weltmacht ausbauen, die sie im Kommunikationszeitalter zu sein hat! Dazu darf es keine kommunikativen Tabus mehr geben! Wir müssen über ALLES reden können!

"Es muss ein Ende haben, dass Wörter Verbrechen sein können"
Liu Xiaobo (Friedensnobelpreisträger2010)

Es ist für die Gegner der hier vertretenen Sichtweise gut zu wissen, dass es nicht um die Bestrafung der Träger und Verantwortlichen des alten gewalttätigen Systems geht.
Bestrafung, Schuld und Rache sind keine Elemente eines strukturell gewaltlosen Systems. Die Leute, die sich heute schuldig machen, sollen aufgeklärt und umgewandelt werden. Sie sollen aber nicht bestraft werden, weil Strafe letztlich Teil des Gewaltsystems ist, das wir überwinden wollen!
(Wir benötigen hier eine Weiterentwicklung der südafrikanischen "Wahrheits- und Versöhnungskommission")

* Der Literaturnobelpreisträger Jose Saramago entwirft in seinem Buch: "Die Stadt der Sehenden" die utopische Vision einer wirklich demokratischen Wirklichkeit.

*Das Projekt "Omnibus für Direkte Demokratie" plädiert für die Erneuerung der Idee der Demokratie aus dem Geist der Kunst.

* Demokratie am Arbeitsplatz und völlige Transparenz. Es gibt in Deutschland mutige Unternehmen, die dem alten, autoritären Führungsstil abschwören.

* FAZ vom 15.12.2010 zum Thema Wikileaks: Das Zeitalter der Geheimnisse ist vorbei

* Das Projekt RealTheater besitzt mit dem Versuch einer "Simulation einer sozialen Ordnung der Zukunft" eine gewisse Verbindung zu folgendem Projekt:

Zeit.de brachte 2009 unter dem Titel: "Die Demokratie der Neuronen" einen Artikel über den Hirnforscher Henry Markram, der mit dem Blue Brain Project an der naturgetreuen Simulation des Gehirns in einem Supercomputer arbeitet:

Im menschlichen Gehirn sieht er eine ideale Demokratie verwirklicht: "Jede Nervenzelle ist einzigartig, und ein und dasselbe Signal wird von tausend Nervenzellen auf tausend unterschiedliche Arten verarbeitet. Doch zugleich respektieren sich die Neuronen vollständig und gleichen permanent ihre Interpretationen miteinander ab – ganz anders als eine menschliche Gesellschaft, in der einer sagt, er habe recht und alle anderen unrecht."

Zugleich sei das Gehirn aber auch die "totale Autokratie", denn Entscheidungsprozesse werden meist von einzelnen Neuronen (oder Neuronengruppen) eingeleitet, deren Impulse sich kaskadenartig im Gehirn verbreiten. Der Unterschied zur Gesellschaft ist, dass im Gehirn der König in jeder Millisekunde wechselt. Denn nur wer gerade über die meiste Information verfügt, hat Entscheidungsgewalt."

Vielleicht könnten wir auf sozialer und globaler Ebene davon lernen, wie optimal demokratisch unser Gehirn auf zellularer Ebene arbeitet.

Markram sagt: "Als ich das erste Mal sah, wie Nervenzellen miteinander kommunizierten, wurde mir klar, dass alles falsch war, was ich über das Gehirn gelernt hatte. Die Kommunikation der Neuronen unterscheidet sich radikal von allen bekannten Arten der Informationsverarbeitung.
Anders als in einem Computer werden im Gehirn Informationen multidimensional, nichtlinear und in permanenter Rückkopplung ausgetauscht. Es gleiche einem schwirrenden Bienenschwarm, der ständig seine Form, Zusammensetzung und Arbeitsverteilung ändere.  Mir wurde klar, dass man, um diese Komplexität zu verstehen, eine völlig neue Sprache entwickeln muss.«

In diesem Sinne wäre in Zukunft für die Organisierung der Menschheit eine Art "Internet Großhirn" denkbar, das keine festsitzende Zentrale mehr hat und das sich aus dem Griff egozentrisch denkender und gieriger Konzerne und Diktatoren befreit. Die Aufgabe dieses globalen Großhirns wäre die Verteilung von Ressourcen, die Regieführung des Planeten, die Sammlung, Vermittlung und Verknüpfung des Weltwissens und dessen Gewichtung und Orientierung. Dies bedeutet, dass Diskurse frei, unabhängig und betont auf die Relevanz und Verifizierung von Argumenten hin organisiert werden.

* Twitter (1) besitzt übrigens eine kaskadische Form der Informationsverbreitung. Nachrichten können innerhalb kürzester Zeit einer großen Gruppe von Menschen zugänglich gemacht werden und eröffnet ihnen gleichzeitig eine Reaktionsmöglichkeit. Je größer das Erregungspotenzial einer Information, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie durch "Retweets" an immer weitere Netzwerke weitergereicht wird.

* Wenn Regierungen bereit sind, Informationen mit Bürgern zu teilen, kann es das Leben aller verbessern. Die Open-Data-Bewegung zeigte beim „Personal Democracy Forum“ in Barcelona 2010, was mit offenen Daten möglich ist. Ein Beispiel für transparente Regierungsformen und einer gegenseitigen Zusammenarbeit von Bürgern und Ämtern kommt aus den Niederlanden: das Projekt Buitenbeter.nl, hinter dem sich ein machtvolles Werkzeug der Mitbestimmung und Demokratie verbirgt. (1)
Auch die Soziokratie ist eine Organisationsform, mit der Organisationen verschiedenster Größe gewaltfreie Selbstbestimmung realisieren können.

Das Kommunikationszeitalter und die technische Möglichkeit der Moderne fordern eine Organisationskultur für die Zukunft, die nicht mehr "Top-down", hierarchisch und zentral gesteuert ist, sondern transparent, fließend, vernetzt, mit ständigem Feedback, spielerisch im Flow und damit ohne strukturelle Gewalt funktioniert!

   

Orientierung/Gliederung:

Projekt RealTheater:
1.
RealTheater - Konkrete Utopie - Experimentelle Friedensforschung
2.  Grundlagen: Philosophie - Kommunikationsforschung - Konstruktivismus
3.  Grundlagen: Künstlerischer Hintergrund - Schauspiel Know-how
4.  RealTheater & Klartraum (Regieführung in den eigenen Träumen)
5.  RealTheater & Liebesforschung: Kunst, Kultur und Wissenschaft der Liebe
6.  RealTheater & Liebesforschung: Liebe & Sex in einer Zukunftsgesellschaft
7. 
 Projekt RealTheater - Ausführliche Informationen über das Pilotprojekt

Friedensforschung 2.0
1.  Wir benötigen eine Mobilisierung der Friedensforschung
2.  Lösung für den Streit der Standpunkte: Polykontexturale Logik
3.  Das Kommunikationszeitalter benötigt eine neue Streitkultur
4 . Was ist "Struktureller Friede" und "Strukturelle Demokratie"

5.  Friedensarchitektur & Friedenstechnik - Europa braucht eine Friedensstadt!
6.  United World Project - Vom Ich zum Wir - Wir sollten vom Ziel her denken
7.
  Friedensforschungs TV - Neue Friedensideen erfordern eine Medienpräsenz

 

 

   

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Text: Neo von Terra  alias Hans Mack  (1)   2015
Der Autor dieser Seite ist freischaffender Künstler und arbeitet als Friedensaktivist, Kabarettist und Schauspiellehrer