[  Projekt RealTheater  |  Friedensforschung 2.0   |  Friedensforschungs TV |   RealTheater-Newsletter  |  Email (x-art@web.de)  Neo von Terra |  Impressum ]
 
 

Projekt RealTheater

Es geht um eine Verschmelzung von Theater und Realität für eine praktische Friedensforschung. Mit den Fachbereichen, die hier erstmals vernetzt werden, lassen sich strukturell (1) gewaltfreie Gruppenmodelle und soziale Systeme künstlerisch, wissenschaftlich, kreativ und spielerisch (1) konstruieren.

Wer die Zukunft durch Simulationen (1) und Best Case Szenarien erforscht, wird fähig sie zu gestalten und zu lenken. Wir nutzen zu viel Energie, um in den Rückspiegel zu blicken und von der gewalttätigen Vergangenheit zu lernen. Wir sollten nach vorne blicken und von den faszinierenden Möglichkeiten der Gegenwart und Zukunft lernen.

Wer sonst, wenn nicht die Kunst, hat die gesellschaftliche Aufgabe sich an konkrete Utopien zu wagen, mit ungewöhnlichen Kombinationen zu experimentieren, soziales Neuland zu beschreiten und das Ergebnis zu betrachten? Der Realität ist es egal, ob sie von uns, wie bisher, historisch und kausal (1) erschaffen wird, oder ob sie künstlerisch, kreativ und frei gestaltet wird. Beides ist möglich!

Eine Simulation kann unter gewissen Umständen zur Realität werden. Durch das Know-how des Schauspiels (1) in Zusammenarbeit mit Philosophie (1) und Szenariotechnik (1) wird dies möglich. Das Pilotprojekt RealTheater ist ein interdisziplinäres Experiment, vorerst in der Größenordnung einer Gruppe.

Projekt RealTheater:
1.
Projekt RealTheater - Experimentelle Friedensforschung - Eine konkrete Utopie
2.  Grundlagen: Philosophischer Hintergrund - Radikaler Konstruktivismus (Realitätsforschung)
3.  Grundlagen: Künstlerischer Hintergrund - RealTheater und Schauspiel Know-how
4.  RealTheater & Klartraum (Im Klartraum weiß der Träumende dass er träumt und führt Regie)
5.  RealTheater & Liebesforschung: Für eine Kultur der Liebe durch Kunst und Wissenschaft
6.  RealTheater & Liebesforschung: Romantische Liebe & Sex in einer Zukunftsgesellschaft
7. 
 Projekt RealTheater - Ausführliche Informationen über das Friedensforschungs Pilotprojekt

Friedensforschung 2.0
1.  Wir benötigen eine Mobilmachung der Friedensforschung
2.  Lösung für den Streit der Standpunkte: Polykontexturale Logik
3.  Das Kommunikationszeitalter benötigt eine neue Streitkultur
4 . Was ist "Struktureller Friede" und "Strukturelle Demokratie"

5.  Friedensarchitektur & Friedenstechnik - Europa braucht eine Friedensstadt!
6.  United World Project - Vom Ich zum Wir - Wir sollten vom Ziel her denken!
7.
  Friedensforschungs TV - Neue Friedensideen erfordern eine Medienpräsenz

Aktuelles 15.5.2012

Ein Schnuppertermin für Neueinsteiger in der Gruppe findet künftig jeden ersten Samstag im Monat von 14 bis 19 Uhr in Nürnberg statt. Dieser schauspielerische und philosophische Workshop bietet ca. 1,5 Stunden Info und Diskussion und einen Praxisteil von 3 Stunden. Es handelt sich um eine Non-Profit Veranstaltung auf Spendenbasis, um die spielerische Arbeit kennenzulernen und gemeinsam praktische Erfahrungen zu sammeln. Wer Interesse hat, möge sich per E-Mail unter dem Betreff: "RealTheater Workshop Nürnberg" melden.
Weiterhin suchen wir Unterstützer, Mitspieler und Mitarbeiter für das geplante, größere und wissenschaftlich begleitete Projekt RealTheater in Berlin oder Nürnberg. Sobald Geldgeber gefunden sind, wird dieses Projekt in die Realisierungsphase gehen.
Am Anfang der Werbephase 2012 (an Stiftungen, Friedensforschungsinstitute, Künstler) steht eine Email-Aktion
(1), dann eine Telefon-Aktion und der Kontakt mit den Medien.  Wir sprechen auch Leute an, die sich z. B. mit Kommunikationsforschung, experimentellem Theater, systemischer Therapie (1), systemischer Sozialarbeit (1) oder sozialer Grundlagenforschung befassen.

Es ist ein Witz, dass es heute nicht die Hauptaufgabe des Menschen ist, im großen Stil und mit großem finanziellen Einsatz, eine Lösung für das Hauptproblem unserer Spezies (die offensichtliche Feindschaft des Menschen mit sich selbst) zu finden. Hier im Kampf gegeneinander findet die größte Energieverschwendung statt. Hier, und nicht in der Militärtechnik, sollte mit Milliardeneinsatz geforscht werden. Wir brauchen Ideenwettbewerbe und alternative soziale Projekte, Experimente und Simulationen. Die Zeit drängt. Die heutige Welt braucht eine Alternative zur Egozentrik, Rechthaberei, Zerspaltung und Rückwärtsgewandtheit. Es fehlen die Lösungen der Moderne!
Wir brauchen eine Friedensforschung in einer neuen Qualität und Größe, die ein reales „System des Friedens“ schafft. In einem ersten Schritt benötigen wir eine interdisziplinäre Forschung und einen Wettbewerb neuer Ideen, um einen Ort oder ein Dorf zu erschaffen, das ohne strukturelle Gewalt,
(1) Angst und Lüge funktioniert. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Ziel heute real möglich ist. Und hier an diesem Punkt möchten wir das Projekt RealTheater vorstellen als eines der Projekte, die in diesem Zusammenhang finanziert, realisiert und getestet werden sollten.

Es geht darum, die Kunst des Theaters aus dem Korsett des zeitlichen Rahmens und des festen Scripts, in dem Theater bisher meistens existiert, zu befreien. Und es geht in diesem Zusammenhang darum, für eine Zeit aus seinem üblichem mentalen Selbstmodell, aus seiner (historisch gewachsenen) Rolle auszusteigen und eine Zeit als Wunschrolle (Alter Ego, Avatar) zu leben, und zwar gemeinsam mit anderen, die dies ebenfalls tun. Wenn man (willentlich gewählte) Szenarien über einen längeren Zeitraum durchführt (Stunden/Tage/Wochen/Monate), dann können sie real werden.

Wenn Realität in einem Rahmen aus gewissen Theaterregeln inszeniert wird, dann ist Realität leicht konstruierbar und wandlungsfähig.

Wir Menschen sind sowohl im Theater als auch in der Realität dazu fähig, uns die "Hölle" zu erschaffen, aber wir sind bisher kaum je fähig gewesen den "Himmel" für den Menschen zu konstruieren. Zumindest nicht willentlich und reproduzierbar oder in einer beständigen Gruppe. Jeder Mensch sollte Zugang haben zu den schönsten Gefühlen, Erlebnissen und Rollen. Einem Schauspieler ist dies möglich und deshalb ist es uns allen möglich. Mit den Mitteln des Theaters sind wir potenziell hierzu fähig, vor allem dann, wenn wir einige Theaterregeln in die Realität integrieren (oder andersherum gesehen, wenn wir einige Realitätsregeln ins Theater integrieren). Jeder Mensch kann vom passiven TV Konsumenten zum aktiven Schauspieler werden! Das RealTheater Projekt soll wissenschaftlich begleitet und filmisch dokumentiert werden.

Wir alle sind Schauspieler, oder können es werden!

Schauspieler spielen mit sehr energievollen Gefühlen und Rollen, indem sie mit der Macht der Fantasie direkt in die Wirklichkeit eingreifen. Das ist nicht echt, die spielen nur? Das kann man aber auch aus einer ganz anderen Perspektive sehen, und zwar besonders dann, wenn man dieses Thema näher beleuchtet. Wenn wir hier von Schauspiel reden, dann meinen wir generell "gutes Schauspiel", das stimmig, glaubhaft und ehrlich (1) realisiert wird.

Man glaubt und versteht vieles erst, wenn man es selbst mit seinen Sinnen erlebt hat und fühlt. Deshalb soll am eigenen Leib erfahren werden, dass aus anfangs konstruierter Realität plötzlich glaubwürdige und reale Realität entsteht. Diese Erfahrung ist eine Essenz des Projektes. Ziel ist es, dies in höchstens 3 bis 4 Monaten zu erreichen, möglicherweise schon nach ein paar Tagen.

RealTheater ist kein Mittel aus der Realität zu fliehen, sondern eine neue Art die Realität zu sehen und zu gestalten.

Wir brauchen für das angehende Kommunikationszeitalter weiterhin eine neue Kultur der völlig offenen und spielerischen Kommunikation miteinander (1). Damit dies funktioniert, sollten Streitgespräche im schauspielerischen Rahmen erfolgen. Dies nimmt der statischen oder egozentrischen Perspektive den tierischen Ernst und erlaubt gleichzeitig jedem die Mitteilung der ungelogenen subjektiven Wahrnehmung. Diese neue und lustvolle Art der Streitkultur, Kommunikation und kollektiver Regie soll ein Bestandteil des Projekts werden.

Neue Theaterphänomene - Radikale Theaterformen - Avantgarde Theater

Das Realtheater Projekt ist ein Vorstoß der Schauspiel-Methodik in die Realität.
Ein Ende der personalen Spaltung in Spieler, Zuschauer und Autor, wie im normalen Theater üblich.
Die Frage menschlicher Identität im Kontext neuer ästhetischer Zukunftsmöglichkeiten.
Ein Real-Life Experiment, das Vergangenheitsorientierung durch Wunschorientierung ersetzt.
Ein Projekt, das die übliche Art der linearen und kausalen Wirklichkeit infrage stellt.
Was wäre wenn... Schauspieler und deren Regeln, die Regeln der "normalen" Realität ändern?

Ist es möglich, spielerisch als Avatar oder Alter Ego (1) zu leben? Ist es möglich sich davon zu befreien immer nur dieselbe "geschichtliche" Ich-Rolle spielen zu müssen? Kann ein Ensemble, das gemeinsam kollektive Regie führt, funktionieren? Das RealTheater benötigt keinen auswendig gelernten Text und kein statisches Drehbuch.

Schauspiel ermöglicht, solange improvisierend gespielt wird, eine gemeinsame Lebenszeit in größtmöglicher Freiheit, die zum Funktionieren keine hunderte Gesetzbücher, sondern nur wenige Regeln benötigt, die intuitiv eingehalten werden können.

Im Improvisationsteil eines üblichen Schauspielunterricht, bei den sogenannten "Improvisationsübungen nach Stanislawski", gelten auf der Bühne wundervollere Regeln als im normalen Leben, die man für die Friedensforschung nutzen könnte. Wenn die Neurowissenschaften die Realität als kollektiven "Traum" bezeichnen, dann könnte man das hier als kollektiven "Klartraum"
(1) bezeichnen. Diese Regeln führen zu Spieloffenheit, Angstlosigkeit, Dynamik und der Annahme von inneren Impulsen und Ideen der Mitspieler, anstatt wie meist in der Realität sich gegenseitig im Zaum zu halten, oder dem "inneren Polizisten" zu gehorchen. Das erweckt Lust und Energie. Schauspielschüler realisieren bei diesen Improvisationsübungen ohne Textblatt (und oft in freier Selbstbestimmung der eigenen Wünsche) ein ca. 10 bis zu 60 Minuten andauerndes, lebensechtes, gemeinsames "was wäre wenn... Szenario". Die Magie des Theaters erlaubt dabei den Sprung in ein "anderes Ich" mit allen Sinnen und Gefühlen und in eine beliebige Gruppen-Situation bzw. in beliebige Umstände. Die Ergebnisse sind oft faszinierend real. Wir möchten hier, (in Übereinstimmung mit der heutigen Realitätsforschung (1) ) das Unerhörte behaupten: Es ist real! Wir sind, was wir tun! Was würde wohl passieren, wenn diese selbst konstruierten Rollen mehr Lebenszeit bekämen, als unser "amtliches Lebenslauf-Leben“? Wer sind wir dann?        

Schauspiel ist eine Blüte der menschlichen Möglichkeit und wird dort potenziell möglich, wo für die existenziellen Grundbedürfnisse gesorgt ist.

Leben als gemeinsames SchauSpiel

Wir wollen sagen, das Leben auf der Bühne ist abenteuerlicher, intensiver, freier und schöner als das Leben außerhalb der Bühne, und wenn das Element der freien Improvisation (1) klug eingebettet wird, dann ist die Bühne lebendiger als die "normale" Welt. Die einzige Grenze, die es beim Schauspiel gibt, ist die eigene Fantasie. Die Spieler können ihre Wünsche oder Schlüsselerlebnisse erleben, wenn die Gruppe mitspielt.
Lasst uns auf die Bühne ziehen! Lasst uns auf der Bühne leben! Lasst uns die Bühne vergrößern!  Lasst uns essentiell miteinander spielen! Lasst es uns ausprobieren! Unsere Zeit braucht Visionen, konkrete Utopien, mögliche Lösungen wohin die Moderne könnte, wenn sie will. Leben als Spiel! Eine dynamische Realität ist hier möglich!

...der Gesellschaft zeigen, dass reales Leben auch mit anderen Spielregeln möglich ist

Das RealTheaterprojekt korrespondiert in einem Netz mit vielen theoretischen und praktischen Fachgebieten, deshalb wird bei den Web-Texten auf eine möglichst umfangreiche Verlinkung Wert gelegt. Hier eine Auswahl:

Schauspielerische Grundlage:
u.a. die theaterpädagogischen Methoden von Augusto Boal (Theater der Unterdrückten/Der Regenbogen der Wünsche), Stanislawski (Gründer der modernen Schauspielkunst), Lee Strassberg (The Method), Keith Johnstone (Improvisationstheater)... Gute Schauspielarbeit erschafft realidentische Wirklichkeit.

Philosophische Grundlage:
Radikaler Konstruktivismus der Sozialphilosophen: Paul Watzlawick, Heinz von Foerster...  Wirklichkeit ist relativ und wird unbewusst gemeinsam konstruiert. Weiterhin Thomas Metzinger Gehirnforschung u. Neuroethik, Kant, FrommNietzsche, KrishnamurtiHesse, Popper...

Psychologische und sozialpädagogische Grundlage:
Erving Goffmann/ Wir alle spielen Theater, Transaktionsanalyse nach Berne/Spiele der ErwachsenenSystemische TherapieSystemische SozialarbeitPsychodramaKlartraum, BioenergetikProvokative TherapieLachyogaGlücksforschung, Neurowissenschaften...

In Umkehr zu Satres Theaterstück „Geschlossene Gesellschaft“ oder zum Kinofilm „Das Experiment“, basierend auf dem "Stanford-Prison-Experiment" (der US Stanford Universität), oder dem Film "Die Welle", sollte erstmals sichtbar werden, wohin es führt, anstatt einer "Worst Case Simulation" (Gefängnisszenario) eine "Best Case Simulation" zu inszenieren. Dies wurde weltweit noch nie getan. Das Stanford Experiment lief auch deshalb aus dem Rahmen, weil kein Rahmen vorhanden war. Wir arbeiten mit schauspielerischer "Avatar-Technik" und wie das in "James Cameron’s Avatar Film – Aufbruch nach Pandora" so schön zu sehen war, kann ein Avatar jederzeit abgeschaltet werden. Schauspieler fallen jedoch nicht um, sondern lachen meistens, wenn sie aus der (mit heiligem Ernst gespielten) Rolle wieder "auftauchen".
Die absolute Ernstnahme (einer behaupteten Identität oder eines konstruierten Szenarios) in der ganzen Gruppe
erschafft Realität (solange die Ernstnahme anhält). Die völlige Nicht-Ernstnahme (einer behaupteten Identität oder eines Szenarios) durch das "Auslachen" in der Gruppe zerstört Realität und Identität. Dies gilt übrigens auch für die sogenannte Realität.

Wir leben in unsichtbaren Käfigen, die wir uns selbst schaffen und genauso wie beim Tier im zu engen Käfig, leidet dadurch unsere Freude und Lebenslust. Die "Zensur der Verneinung" sitzt bereits in unseren eigenen Köpfen. Diese Käfige können geöffnet werden und wir könnten "losfliegen"!

"Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Männer und Frauen bloße Spieler" William Shakespeare (1)

„Theater als Profession, die nur wenige ausüben täuscht. Theater ist eine Berufung aller Menschen, es ist die wahre Natur der Menschheit.“ Augusto Boal (1)

"Jeder Mensch ist ein Künstler" Joseph Beuys (1)

Der Planet ist eine Kugelbühne?



"Schluss mit einem Theater, das die Realität nur interpretiert, es ist an der Zeit, sie zu verändern."
Augusto Boal (1)

=> Weiter zu:  - Projekt RealTheater - 2. Grundlagen: Philosophischer Hintergrund - Radikaler Konstruktivismus (Realitätsforschung) =>


      
[  Projekt RealTheater  |  Friedensforschung 2.0   |  Friedensforschungs TV |   RealTheater-Newsletter  |  Email (x-art@web.de)  Neo von Terra |  Impressum ]

Text: Neo von Terra  alias Hans Mack  (1)   2012
Der Autor dieser Seite ist freischaffender Künstler und arbeitet als Friedensaktivist, Kabarettist und Schauspiellehrer


Die obigen Bilder sind frei verwendbar wenn: "Neo-von-Terra.de" dabei angegeben wird
.

Wir freuen uns über Unterstützung oder Mitarbeit! (1)